Markgröningen


 

Markgröningen ist eine Stadt in Baden-Württemberg im Landkreis Ludwigsburg. Die ehemalige Reichsstadt Grüningen ist für ihr traditionelles Volksfest, den alljährlich Ende August stattfindenden Schäferlauf landesweit bekannt.

 

Das Rathaus

Die urkundliche Ersterwähnung (unter dem Namen Grüningen) stammt vom Jahr 779. Noch heute wird die ehemalige Reichsstadt und württembergische Residenzstadt umgangssprachlich Gröningen genannt.

Die erstmals im 16. Jahrhundert verwendete Vorsilbe "Mark" wurde im 18. Jahrhundert unter Herzog Karl von Württemberg auch offiziell gebräuchlich und soll sich auf die Grenzlage an der fränkisch-alemannischen Mark beziehen, die in diesem Bereich mit der Bistumsgrenze zwischen Konstanz und Speyer übereinstimmt.

 

 

1139 hielt der Staufer-König Konrad III. in der Grüninger Königspfalz einen Hoftag ab und urkundet für das Kloster Denkendorf. Unter den Zeugen finden sich die Württemberger Grafen Ludwig und Emicho, deren Nachkommen in Grüningen als Kirchherren und Besitzer eines als "Schloss der alten Grafen" genannten Steinhauses neben der Kirche in Erscheinung traten. Davon zeugt das vermutlich älteste erhaltene Württemberger Wappen mit den drei Veringer Hirschstangen am mittelalterlichen Sockel des im 16. Jahrhundert errichteten Pfarrhauses.

 

 

Historische Bedeutung erlangte Markgröningen, weil das Grüninger Reichslehen dem Träger der Reichssturmfahne vorbehalten war und weil einer deren Träger, Graf Hartmann I. von Grüningen aus dem Haus Württemberg, und sein Vetter Graf Ulrich I. von Württemberg 1246 den Niedergang der Staufer einleiteten: Unmittelbar vor der Schlacht bei Nidda (nahe Frankfurt) gegen den vom Papst zum Gegenkönig erhobenen thüringischen Landgrafen Heinrich Raspe IV. wechselten die beiden Württemberger Grafen mit rund 2000 schwäbischen Gefolgsleuten zur antistaufischen Partei über und zwangen somit den Staufer-König und schwäbischen Herzog Konrad IV., Sohn Kaiser Friedrichs II., in die Flucht. 1252 verlieh der zweite antistaufische König Wilhelm von Holland Reichssturmfahne und Stadt Grüningen an den stets papsttreuen Graf Hartmann II. von Grüningen.

Im Zuge des Interregnums führte Hartmann II. die vermutlich um 1240 zur Freien Reichsstadt erhobene Stauferstadt in Eigenbesitz über und ging als Kirchherr den Neubau der aus karolingischer Zeit stammenden Bartholomäuskirche an.

Gegen den erbitterten Widerstand dieses Grafen brachte König Rudolf von Habsburg die Stadt 1280 wieder in Reichshand.

 

 

 

 

 

 

Der bei Brackenheim in offener Feldschlacht gefangen genommene Graf Hartmann II. von Grüningen starb in Haft auf dem Asperg und wurde in seiner Kirche in Grüningen beigesetzt.

Seine Söhne mussten ihre Ansprüche auf Grüningen aufgeben.

Die Stadt unterstand fortan dem Reichslandvogt Albrecht II. von Hohenberg.

Dieser nutzte Burg und Kirche 1284 zur Ausrichtung der Grüninger Fürstenhochzeit, bei der auch sein Schwager König Rudolf von Habsburg und dessen Hohenberger Frau Gertrud (auch Anna genannt) zugegen waren.

 

 

 

 

 

 Unter Graf Eberhard im Bart erlebte die Stadt im 15. Jahrhundert nochmals eine Blütezeit, in der zahlreiche Neubauten, insbesondere das stattliche Rathaus und der Chor der Bartholomäuskirche erstellt wurden. Ihre Bürger verfügten über das höchste Durchschnittsvermögen und der Kaufmann und Vogt Heinrich Volland über das größte zu versteuernde Vermögen in ganz Württemberg.

Zum Bartholomäusmarkt, einem von vier Jahrmärkten in Grüningen, sollen zu dieser Zeit ebenso viele Besucher gekommen sein wie auf die Frankfurter Messe. Wegen mehrerer Missernten und der Getreidespekulation von Kaufleuten kam es 1514 im Zuge des Armen Konrads allerdings zum Aufruhr gegen die vom Hause Volland dominierte Ehrbarkeit. Unterstützung erfuhr die hungerleidende Unterschicht durch Stadtpfarrer Dr. Rainhard Gaißlin.

Nach der Reformation 1534 zog der konvertierte Landesherr mit dem Kirchengut auch den Besitz des Heilig-Geist-Ordens ein.

Dessen 1297 geweihtes und kurz vor der Reformation ausgebautes Spital wurde 1552 der städtischen Verwaltung bei herzoglicher Oberaufsicht unterstellt.

Die ehemalige Reichsburg baute Herzog Christoph von Württemberg im 16. Jahrhundert zum Residenzschloss um und initiierte nebenan den Bau des Oberen Tors, das als einziges Stadttor bis heute erhalten ist.

 

Quelle und weitere informationen: WWW.Wikipedia.org