Schöckingen


 

 

 

Erst 1599 wurde Schöckingen protestantisch, nachdem es 1555 zum Augsburger Religionsfrieden kam und jeder Fürst das Recht hatte, in seinem Land die von ihm bevorzugte Religion einzuführen. Da die Ortsherren die Konfession für ihre Untertanen festlegten, kam es erst nach einem Jagdfrevel in den herzöglichen Wäldern des Martin von Nippenburg zur Reformation. Als Strafe wurde am 25. August 1598 dem Ortsherrn das Lehen entzogen und dies nochmals am 18. Oktober bestätigt. Schließlich lenkte der Herzog im Dezember 1598 ein und gab das Lehen an die vier Söhne des Martin von Nippenburg. Herzog Friedrich I. machte allerdings die Auflage, den Messpriester innerhalb eines Monats abzuschaffen und den lutherischen Pfarrer Johann Vischer aus Reichenbach als ersten evangelischen Pfarrer in Schöckingen einzusetzen.

 

 

 

 

Am 25. März 1599 zog der erste evangelische Pfarrer in das bereits 1594 für den katholischen Pfarrer erbaute Pfarrhaus ein. Der lutherische Pfarrer Johann Vischer begann nun mit der Reformation in dem damals 110 Einwohner zählenden Ort.

 

Die im Jahre 1267 geweihte Mauritiuskirche wurde erst 1629 in ein evangelisches Gotteshaus umgebaut, eine Kanzel aufgestellt und zwei Emporen angebaut. Sie untersteht seitdem der evangelischen Landeskirche in Württemberg. Für die katholischen Einwohner des Ortes steht eine moderne Kirche in Hirschlanden als Gotteshaus zur Verfügung.

 

 

 

Wappen von Schöckingen

 

 

 

Das als Niederungsburgs erbaute Schloss Schöckingen fand seine erste urkundliche Erwähnung im 13. Jahrhundert. Im Mittelalter gehörte die Burg samt dem umliegenden Ort zum Herrschaftsbereich der Herren von Nippenburg, die bis 1566 das heutige Haupthaus erbauen ließen. Die Nippenburger weigerten sich lange Zeit, in Schöckingen die Reformation einzuführen, weswegen das Schloss während des Dreißigjährigen Kriegs von protestantischen Truppen zerstört wurde.[1] Das Hintere Schloss war bereits 1431 einmal zerstört worden.[1] Die württembergische Landesherrschaft drängte die Nippenburger aus dem Ort[2] und vergab die Schlossanlage 1660[3] als württembergisches Lehen an die Freiherren von Gaisberg-Schöckingen.

Diese ließen im Jahr 1740 das durch einen Blitzschlag teilweise zerstörte Haupthaus wieder aufbauen und 1754 das Hintere Schloss errichten. Ende des 18. und im 19. Jahrhundert kamen weitere Veränderungen am Haupthaus hinzu, während um 1800 das Maierhaus errichtet wurde.

Seit Ende der 1970er Jahre ist ein Teil der Schlossanlage im Besitz von Manfred Osterwald, der es in den 1980ern nach seinen Plänen im historischen Stil neu aufbauen und sanieren ließ.[4]

Quelle und weitere informationen: WWW.Wikipedia.org